„Was machst du ?   ´Ne App für Hunde …? Wirklich ?“

Einfach gesagt, ja. Ich habe auf der ganzen Welt Freunde die mir auf sozialen Kanälen ihr Mittagessen präsentieren, habe aber keine Möglichkeit mich im Umkreis mit anderen auszutauschen und im Notfall zu reagieren.

Sommerurlaub 2014. Wir waren in Griechenland am Meer. Eine tolle Zeit.
Natürlich war der Hund dabei.
Wir hatten uns schlau gemacht und ein Hundefreundliches Hotel gebucht.
Vor Ort kamen dann erst die Fragen auf :
Wo ist der nächste Petshop und Tierarzt ?
Gibt es in der Nähe einen Hundestrand ?

Heutzutage kein Problem mit einem Smartphone.
Mann öffnet seine Karten-App und sucht nach Einträgen. Leider keine Einträge.
In der Textsuche wurden mir dann Petshops genannt. Was mache ich dann aber mit Strassennamen die ich in Landessprache weder lesen, noch einem Stadtteil zuordnen kann… Ist das jetzt um die Ecke, oder auf der anderen Seite der Stadt ?
Trotz Globalisierung und Datenautobahn ticken die Uhren eben nicht überall gleich.

Beim abendlichen Gassi gehen, lernten wir eine ansässige Frau und ihren Yorkshire kennen. Obwohl unsere Hunde nicht gleich Freunde wurden, kamen wir ins Gespräch. Und Hoppla – sie warnte mich davor den Hund frei laufen zu lassen, da Giftköder gefunden wurden.
Wie gut dass wir uns kennenlernten, dachte ich.
Wäre ich nicht gewarnt worden, hätte der Urlaub auch ganz anders ausgehen können.

In dem Moment in dem wir quasi unser Revier verlassen haben und in die Fremde auszogen, waren wir von unserem Wissens-und Kommunikationsnetz getrennt.

Die Kontakte auf der Strasse die einen informieren über Gefahren, die Hinweise geben zu Anlauf- und Auslaufstellen. Menschen die man aus der Nachbarschaft kennt. Welchen man zig Malen begegnet ist. Mit denen man sich abends zufällig trifft und die Hunde spielen lässt. Die einem aus dem Alltag und Privatleben erzählen. Von denen man nicht einmal den Nachnamen kennt, oder die Klingel.

Zurück zuhause bekomme ich von einer Freundin erzählt, daß der Hund ihrer Nachbarin an der Super Markt Kasse im Einkaufszentrum geklaut wurde. Geklaut ist der richtige Ausdruck. Da Hunde ebenso wie ein Rucksack zu Eigentum gehört, spricht man von Diebstahl. Es ist keine Entführung.
Ganz egal ob jemand jahrelang gefüttert, das Sofa geteilt, mit ihm Zeit verbracht hat.

Da sieht also jemand einen angeleinten Hund wird emotional und denkt sich „den nehme ich mit“.
Um ein volleres Leben zu haben, Gesellschaft und eine Steigerung des Lebensgefühls.Das jedoch durch ein anderes Leben zerstört wird, interessiert nicht.

Und so spaziert er also mit dem noch fremden Hund, seelenruhig aus dem Einkaufszentrum heraus und nach Hause. Hätten Freunde der Nachbarin, die den Hund kennen und in der Nähe sind davon gewusst, hätte man sofort reagieren können. Aber wie will man da Bescheid geben … ?

 

Wie schaffen wir es also „Wissen“ an Ort und Stelle zu speichern ? Ich bin Mitglied in einer Giftköder-Gruppe auf Facebook. Sobald ich aber in der Republik unterwegs bin, sei es für einen Tag oder länger kann mir meine Gruppe nicht mehr helfen.  Also ab in die nächste Gruppe – und die nächste – und so weiter.
Und irgendwann geht einem das Gebimmel von all den Gruppen auf den Geist und man deaktiviert die Benachrichtigungen. Zurück auf Anfang.

Warum gibt´s eigentlich keine App dafür ?

Wenn ich schon mit meinem Handy ins Bett gehe, dann kann es mir doch auch mit dem Hund eine Hilfe sein.

 

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